Blick über den Tellerrand

6. Juli 2026


Der Mensch ist ein soziales Wesen. Diese Aussage von Aristoteles hat sich inzwischen sicher rumgesprochen. Aber was bedeutet sie genau?

Eigentlich kann das nur jeder Mensch für sich selbst beantworten, jedoch können wir es auch mal aus der beruflichen Perspektive beleuchten.

Einen Beruf zu ergreifen, der uns im besten Falle erfüllt, ist nicht nur eine Entscheidung für uns selbst, sondern auch eine Entscheidung, in der Gesellschaft einen Beitrag zu leisten. Jeder Beruf trägt dazu bei, dass wir Menschen eine gute und funktionierende Gemeinschaft sind.


Auf der Berufsinfomesse in Offenburg, kurz BIM, ist es möglich, sich über eine Vielzahl von Berufen zu informieren. Auch die Aussteller können raus aus ihrem Alltag und zeigen, welche interessanten Berufe sie ausüben. Angefangen bei A wie „Agentur für Arbeit“ bis hin zu Z wie „Zoll“. Das CVUA Freiburg war wieder mit einem engagierten Ausbildungsteam mitsamt den Auszubildenden vor Ort. Wir interviewten unsere angehenden Chemielaborantinnen zu ihren Erlebnissen.

S. Slowik: Wie war der Messetag für Euch?

Sana: Ich fand die Berufsinfomesse echt gut. Es war interessant, mal auf der anderen Seite zu stehen und unseren Betrieb zu präsentieren. Am Anfang war ich ein bisschen unsicher, aber mit der Zeit wurde es immer entspannter. Besonders cool fand ich die Gespräche mit den Schülern, weil man gemerkt hat, wie unterschiedlich die Fragen und Interessen sind. War auf jeden Fall eine gute Erfahrung und mal was anderes als der normale Arbeitsalltag.

Lisa: Im Allgemeinen war es ein erfolgreicher und für mich auch spannender Tag. Er war super interessant und hat mir auch viele Erfahrungen eingebracht.

 

S. Slowik: Wie habt ihr Euch auf die BIM vorbereitet?

Sana: Ich habe mir mögliche Fragen, die gestellt werden könnten, durch den Kopf gehen lassen um zu prüfen, ob ich bereits passende Antworten darauf habe.

 

S. Slowik: Was waren die drei am häufigsten gestellten Fragen?

Sophie: „Was macht ihr beim CVUA?“ „Muss man gut in Mathe sein für den Beruf?“ und „Hat man Mathe in der Berufsschule als Fach?“

Lisa: Ja genau, „Was macht ihr bei Euch?“ Aber auch „Wofür ist das?“ Da ging es um die Farb-Challenge bei uns am Stand.

 

S. Slowik: Wie seid ihr denn auf die Menschen zugegangen?

Lisa: Wenn ich gesehen hab, dass sich jemand für unseren Stand interessiert, habe ich ihn gefragt, ob er/sie Chemie mag.

Sana: Ich habe versucht Augenkontakt zu halten, um zu wissen, ob die Besucherin interessiert ist oder nicht.

 

S. Slowik: Habt ihr einen Geheim-Tipp für ein Gesprächsanfang?

Sana: Das Gespräch mit einer einfachen Frage zu beginnen, bei der man mit „ja“ oder „nein“ antworten kann. Falls die Person schüchtern ist, kann sie einfach antworten, ohne überfordert zu sein.

Lisa: Und selbst nicht zu schüchtern sein. Die Besucher sind im Normalfall schüchtern genug. Wenn zwei schüchterne Menschen versuchen ein Gespräch zu führen, dann wird‘s kompliziert.

 

S. Slowik:  Was macht für Euch ein gutes Gespräch aus?

Sophie: Ich würde sagen nicht nur auf Fragen antworten, sondern auch Gegenfragen stellen.

Lisa: Am besten geht es, wenn sich der andere auch für den Beruf interessiert und nicht nur für die Giveaways.

 

S. Slowik: Du sprichst die Give-aways an. Spielen sie eine große Rolle bzw. sind sie wichtig für den Stand?

Lisa: Sie ziehen Menschen an. Da muss der Spagat gefunden werden zwischen Give-aways und Aktionen. Ziel ist es ja mit den Besuchern gut ins Gespräch zu kommen. Ein Drehrad ist für mich da ein Negativbeispiel. Es zieht viele Menschen an, aber die meisten wollen gerne etwas gewinnen.

Sana: Die Give-aways sind wichtig, weil dadurch Werbung gemacht wird, auch dann, wenn sich die Besucherin nicht 100% für den Beruf interessiert.

Sophie: Wichtiger sind interessante Mitmachaktionen. Sie locken mehr Menschen an und sie können auch eine bessere Vorstellung von unserem Beruf bekommen.

 

S. Slowik: Es gab ja einige Aktionen bei uns am Stand. Welche hat dem Publikum am meisten interessiert?

Lisa, Sana, Sophie: Die Farb-Challenge!

Lisa: Ich vermute, weil sie so präsent da lag. Dann ist es auch noch bunt, das ist immer ansprechend. Und dann wird Neugierde geweckt: Was ist das und wofür braucht man das in dem Beruf?

Sophie: Die Challenge gibt es von einfach bis schwer.

Sana: Der Versuch die Lösungen von hell nach dunkel zu sortieren ist schwerer als man denkt. Das möchte jeder gerne versuchen.

 

Durch unseren Beruf sind wir einen Teil der Gemeinschaft. Ihn zu erlernen bedeutet nicht nur sich Fachwissen anzueignen, sondern auch ein Miteinander, wertschätzende Kommunikation und auch der Blick über den Tellerrand. Bestenfalls ein Berufsleben lang.

WIR bleiben dran!